Letztens paar Meilen nördlich von PAP

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Am Montag begab sich ein Teil unseres Teams zum Strand, paar Meilen nördlich von PAP. Ich hielt zu Hause die Stellung. Alles war in Ordnung, die Sonne schien, Vögel zwitscherten, ich arbeitete im Garten. Doch wunderte ich mich, über das lange wegbleiben unseres Fahrers. Da, endlich, spät nachmittags kam er an, völlig aufgelöst, verschwitzt, mit zitternden Händen … er erzählte:

Martelli  hat einen öffentlichen Strand abgekauft und abgesperrt. Pro Tag/Besucher muss man jetzt 20 US$ bezahlen. Das können sich aber nur die Reichsten leisten. Das machte die Massen wütend, und sie gingen auf die Straße …
Für den Weg, den man normalerweise 1 Stunde braucht, benötigte er diesmal 4. Alle 100 Meter waren Straßenbarrieren. Steine flogen. Später auch Kugeln. Massen von UN und Polizeieinheiten waren da.

Unser Team kam mit dem Schrecken und paar Dellen im Auto davon. Gott sei Dank.

Zum Abholen bin ich mitgefahren. Der größte Teil des Aufstandes wurde bis dahin (teilweise blutig) niedergeschlagen, doch auch wir mussten uns noch durch paar Sperren durchkämpfen. Spät abends kamen wir alle zusammen zuhause an, aufgeregt, trotzdem froh, dass niemandem etwas passiert ist.

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Hier räume ich gemeinsam mit paar anderen Leuten schnell die Reifen aus dem Weg, damit wir mit dem Auto durchfahren können. Die Polizei sichert in der Zeit nach allen Richtungen hin ab. In den Häusern und Büschen ringsumher hunderte wütende Haitianer, die auf uns Steine uns Hassparolen fliegen lassen.

Patroullie der Polizei

 

Noch ein paar Gebetsanliegen:

 

1. Dankt für Gottes klasse Bewahrung hier. Noch nie ist uns hier auch noch ein Haar gekrümmt worden. Das ist nicht selbstverständlich. In anderen, im Vergleich zu Haiti ruhigeren uns sicheren Ländern sind Leute von unserem Werk bereits ausgeraubt worden, wir wurden davor bewahrt.
2. Betet für dieses Land. Für die Opposition, die ständig die Massen aufstachelt. Für die Regierung, dass sie das beste für Land und Leute tut, Korruption und organisiertes Verbrechen bekämpft, aufhört die kleine superreiche Schicht hier zu privilegieren. Den Armen hilft, Arbeit schafft.
3. Am Samstag wurden hier, wenige Meilen westlich von uns 2 weiße Missionare entführt. Lösegeldforderungen: 1 Mio US$. Das passierte nur paar hundert Meter von dem UN-Hauptquartier entfernt! Ich weiß davon zwar nur vom Hörensagen, ich kenne diese Leute nicht persönlich, trotzdem ist es mir wichtig, dass ihr für sie betet. Das Gleiche könnte jedem von uns passieren.
4. Für Ruhe und Frieden im Land!

Merci!! 🙂

 

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